Pucherit

In der Folge außerordentlich hoher Preise für Bismut wältigte man im Jahre 1868 die alte Pucher-Grube im Grubenfeld von Wolfgang Maaßen im heutigen Schneeberger Ortsteil Neustädtel im Erzgebirge wieder auf und fuhr nach dem Abteufen eines neuen Richtschachts, dem Pucher-Richtschacht, den Alexander Spat auf. An drusigen Stellen des Ganges, auf Klüften des abgebauten „Wismutockers“ (Bismutit) sowie im Nebengestein wurde noch im selben Jahr ein Mineral gefunden, welches in die Mineralienniederlage der Bergakademie Freiberg gelangte. Der Freiberger Mineraloge Albin Weisbach führte dazu aus: „Im Juni 1871 erhielt die hiesige bergakademische Mineralienniederlage durch Herrn Schichtmeister Graff in Neustädtel eine Stufe, welche viele kleine undeutliche Krystalle eines demantglänzenden braunen Minerals trug und welche mir vom Vorstand gedachter Niederlage, Herrn Factor Wappler, zur Besichtigung vorgelegt wurde. Nach Glanz und Farbe, sowie nach dem Fundort hätte man das Mineral für Kieselwismutherz (Eulytin) halten können […]. Deßhalb sprach ich in den ersten Augenblicken dasselbe für eine braune Varietät des von Breithaupt 1832 aufgestellten Atelestit an, dann aber des farbigen Striches wegen für ein neues Wismuthsalz, in welchem eine chromatische Basis oder Säure enthalten sei. Bei der äußerst geringen, zu Gebote stehenden Menge ging ich meinen Collegen Herrn Professor Th. Richter mit der Bitte an, das Löthrohrverhalten zu untersuchen und so wenigstens die qualitative Zusammensetzung festzustellen. Professor Richter erfüllte meine Bitte sofort und fand noch in meiner Gegenwart die Reactionen von Vanadin und Wismuth auf, erkannte somit den Körper als vanadinsaures Wismuthoxyd, eine Verbindung, die aus der Natur noch nicht bekannt war. In Kenntniß hiervon unternahm unmittelbar darauf Herr A. Frenzel, Assistent am hiesigen Königl. Hüttenlaboratorium, einen Ausflug nach Neustädtel zu Herrn Schichtmeister Graff und brachte eine größere Anzahl Stufen mit, welche deutlichere, den Charakter des rhombischen Systems sofort zur Schau tragende Krystalle desselben Körpers darboten. Freiwillig überließ ich Herrn Frenzel die Veröffentlichung der Charakteristik […] der Specie, welcher wir auf Wunsch des Herrn Schichtmeister Graff nach dem Schachte (Puscherschacht) (sic!) der Grube, in dessen Nachbarschaft sie vorgekommen, den Namen Pucherit gaben.“

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