Tsumcorit

Als Entdecker des Tsumcorits gilt Bruno H. Geier (1902–1987), der ehemalige Chefmineraloge der Tsumeb Corporation. Beim Auffahren der 30. Sohle in der Tsumeb Mine wurde in der von der Oxidation besonders stark betroffenen östlichen Randzone des Erzschlauchs im Abbau „49 Ost“ ein kavernöser Lagerstättenteil mit einer für Tsumeb bis dahin nicht beobachteter Mineralgemeinschaft angefahren. Das unbekannte Mineral war im Jahre 1964 erstmals in einem Monatsbericht des Forschungslaboratoriums der Tsumeb Corporation Limited erwähnt und aufgrund einer routinemäßigen qualitativen Analyse im chemischen Laboratorium der Gesellschaft zunächst für zinkhaltigen Karminit angesehen worden. Weitere, im Mineralogischen Institut der Universität Karlsruhe durchgeführte Untersuchungen führten zu dem Ergebnis, dass es sich um eine bisher unbekannte Mineralart handelt, welche 1969 von der International Mineralogical Association (IMA) unter der Nummer „IMA 1969-047“ anerkannt und 1971 von einem deutschen Forscherteam mit Bruno Geier, K. Kautz und G. Müller im deutschen Wissenschaftsmagazin „Neues Jahrbuch für Mineralogie, Monatshefte“ als Tsumcorit beschrieben wurde. Benannt wurde das Mineral nach der Tsumeb Corporation Limited in Anerkennung ihrer jahrelangen, intensiven Bemühungen um die spezielle Erforschung der Mineralogie der Erzlagerstätte von Tsumeb. Typmaterial für Tsumcorit ist nicht definiert. Die Geschichte des Tsumcorits begann allerdings schon fast 40 Jahre früher, als der legendäre Münchner Mineralienhändler Wilhelm Maucher 1929 eine Stufe mit dem Mineral „Sideronatrit“ aus Tsumeb an das damalige British Museum of Natural History in London (heute Natural History Museum) vermittelte. Diese Stufe aus dem British Museum (Probe Nr. BM 1929,93) stellte deren Kustos Peter G. Embrey dem Mineralogischen Institut der Universität Karlsruhe 1969 für vergleichende Untersuchungen zur Verfügung. Sie erwies sich ebenfalls als Tsumcorit. Da die Stufe von Maucher bereits 1925 erworben wurde, muss sie aus der „Ersten Oxidationszone“ (dem Eisernen Hut) der Lagerstätte Tsumeb stammen. Im Jahre 1961 wurde bei der Vorstellung des Mineralbestandes der Grube „Michael“ im Weiler bei Lahr/Schwarzwald ein „Blei-Zink-Arsenat (Formel unbekannt) beschrieben, welches sich Jahre später ebenfalls als Tsumcorit herausstellte.

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